Lexikon

Lexikon der Aufzugstechnik

Aufzugsanlage / Aufzug

Als Aufzugsanlage, auch Aufzug oder umgangssprachlich, Lift oder Fahrstuhl genannt, bezeichnet man eine Anlage, mit der Personen oder Objekte in einer Fahrerkabine, einem Fahrkorb oder auf einer Plattform, in vertikaler oder diagonaler Richtung zwischen verschiedenen Ebenen befördert werden können.

Autoaufzug / Fahrzeuglift

Ein Autoaufzug ist ein speziell für Personenkraftfahrzeuge ausgelegter Aufzug, welcher neben den generellen Aufzugsvorschriften besondere Regelungen beachten muss, was Einbau und Betrieb betrifft. Ausgelegt werden Autoaufzüge mit einer Tragkraft ab mindestens 2 Tonnen. In der Regel ist ein Fahrzeugaufzug erst betriebsbereit, sobald dieser mit einem KFZ beladen wurde. Die Kabine wird mittels Lichtschranke überwacht und das Gewicht anhand eines Sensors im Boden ermittelt.

Behindertenaufzug / Rollstuhllift

Behindertenaufzüge werden unter anderem in schräg oder senkrechter Lage ausgelegt und sind spezielle Aufzugssysteme, die anhand ihrer besonderen Bauweise ausschließlich zum Transport von Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen geeignet sind. Laut (VdTÜV Merkblatt-Nr. 103), sollte die Tragfähigkeit eines Behindertenaufzugs die 300 Kg Marke nicht überschreiten.

gs.

Bettenaufzug

Bettenaufzüge sind Personenaufzüge, die auf die Beförderung von Betten ausgelegt sind. In der Regel weisen diese eine Tragfähigkeit von 1,6t, 2t und 2,5 Tonnen auf. Diese Art von Aufzügen wird speziell in Kliniken, Seniorenheime oder Krankenhäusern angewendet.

Brandfallsteuerung

Die Brandfallsteuerung kommt beim Aktivieren eines Warnsignals wie z. B. eines Feuerwehrschalters zum Einsatz. Die Steuerung kann nur von außen deaktiviert werden, dessen Nutzung lediglich durch die Feuerwehr erfolgt. Um den Raucheinzug in das Innere des Aufzugs zu verhindern wird die Lichtschranke an der Tür prompt deaktiviert.

Direkt angetriebener Aufzug / Direkt hydraulischer Aufzug

Diese Art von Aufzügen wird hydraulisch betrieben und ausschließlich für kleinere Förderhöhen verwendet. Der Fahrkorb oder dessen Rahmen ist hierbei direkt mit dem Kolben/Zylinder verbunden (unterhalb oder neben der Kabine)

DIN-Normen der Aufzugstechnik
  • DIN EN 81–20: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Aufzüge für den Personen- und Gütertransport – Teil 20: Personen- und Lastenaufzüge; Deutsche Fassung EN 81-20:2014

  • DIN EN 81–50: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Prüfungen – Teil 50: Konstruktionsregeln, Berechnungen und Prüfungen von Aufzugskomponenten; Deutsche Fassung EN 81-50:2014

  • DIN EN 81–3: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Teil 3: Elektrisch und hydraulisch betriebene Kleingüteraufzüge – Deutsche Fassung EN 81-3:2000+A1:2008 + AC:2009

  • DIN EN 81–7: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Teil 7: Zahnstangenaufzüge – Deutsche Fassung prEN 81-7:2009

Druckknopfsteuerung

Gegensätzlich zu der Sammelsteuerung wird bei der Druckknopfsteuerung jeweils nur ein Kommando oder Ruf gespeichert, wobei die Kommandos die von der Kabine ausgehen Vorrang haben. Nach der Eingabe eines Rufes oder Kommandos werden bis zum Ende der Fahrt alle weiteren Eingaben blockiert.

Entriegelungszone/ Einfahrtzone

Eine Schachttüre ist im Normalbetrieb mechanisch verriegelt, insofern sich keine Aufzugskabine dahinter befindet. Die Entriegelungszone ist der Bereich, den die Aufzugskabine erreichen muss, um mechanisch entriegelt zu werden. (20 bis 35 cm ober- und unterhalb der Haltestelle)

Fahrkomfort

In der Aufzugstechnik bezeichnet der Fahrkomfort die Haltegenaugikeit, ruckelarme Beschleunigung bzw. Verzögerung, sowie die Kabinenaustattung. Optimierungen des Fahrkomforts können durch verbesserte Türöffnungssysteme oder Informationssysteme erreicht werden.

Fahrkorb / Fahrkabine

Die Fahrkabine oder auch Fahrkorb bezeichnet den Teil des Aufzugs, der die Lasten/Personen aufnimmt und befördert.

Fahrkorbstandanzeiger / Standanzeige

Der Fahrkorbstandzeiger bzw. Standanzeige oder auch Stockwerkanzeige, informiert den Aufzugsnutzer über die momentane Position des Aufzugs bis zum Erreichen der Zieletage. Diese arbeiten in der Regel eigenständig und müssen nicht mit der Aufzugssteuerung verbunden sein.

Fahrtrichtungsanzeiger / FRA

Der Fahrtrichtungsanzeiger, kurz FRA informiert die innerhalb der Fahrkabine beförderten Personen über die aktuelle Fahrtrichtung des Aufzugs. (Pfeil nach oben oder Pfeil nach unten)

Fangvorrichtung

Mit der Fangvorrichtung bezeichnet man die mechanische Vorrichtung, die den Aufzug im Falle einer Geschwindigkeitsüberschreitung der zugelassenen Geschwindigkeit oder eines Tragmittelbruchs, den Fahrkorb oder das Gegengewicht stoppt und festhält. (siehe ‘‘Geschwindigkeitsbegrenzer‘‘)

Fernnotruf/ Zentrales-Notruf-System (ZNS)

Der Fernnotruf ist die gesetzlich vorgeschriebene Notrufausstattung in Form einer Sprechanlage, welche mit einer dauerhaft besetzten Notrufstelle verbunden sein muss. Die Befreiung der Personen innerhalb des Aufzuges wird folglich von der zugehörigen Notrufstelle in die Wege geleitet.

Feuerwehraufzug

Feuerwehraufzüge sind für den Fall eines Brandes vorgeschriebene Aufzüge, welche der Feuerwehr im Einsatz dienen sollen. Diese werden je nach Bauordnungen der einzelnen Bundesländer mit zusätzlicher Kontrolle, Schutz und Signaleinrichtungen ausgestattet. Dazu gehören unter anderem; Fahrkorb aus brandresistenten Materialien, Deckenaustiegsluke mit Austiegsleiter, separater Triebwerksraum, Notstromversorgung, separate Sprachstellen für Feuerwehrbetrieb und gegebenenfalls weitere spezielle Steuerungsprogramme.

Führungsschiene

Führungsschienen oder auch Stahlführungsschienen sind genormte Aufzugsbestandteile, dessen Funktion dazu dient, die Fahrkörbe/Fahrkabine und die Gegengewichte zu führen.

Gegensprechanlage

Die Gegensprechanlage ist eine Einrichtung innerhalb der Fahrkabine, welche die Sprech- und Hörkommunikation von Fahrkabine zu einer dauerhaft besetzten Notrufstelle gewährleistet. Diese Sprechanlage wird beim Betätigen des Notrufknopfes automatisch aktiviert und ist unabhängig von einer separaten Gesprächssteuerungstaste.

Geschwindigkeitsbegrenzer

Der Geschwindigkeitsbegrenzer ist eine mechanische Apparatur, welcher bei der Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzung, die Fangvorrichtung aktiviert und das Triebwerk unmittelbar zum Stillstand bringt.

Getriebeloser Antrieb / Direktantrieb

Getriebelose Antriebe, auch ‘‘gearless drives‘‘ genannt, weisen deren Treibscheibe direkt auf der Motorwelle auf, ohne dass ein Getriebe zwischengeschaltet wird.

Gruppensteuerung

Unter Gruppensteuerung versteht man eine Aufzugssteuerungseinheit, welche mit mehreren Aufzügen verbunden ist.

Güteraufzug

Güteraufzüge sind Aufzüge, die zum ausschließlichen Befördern von Gütern in Verwendung kommen. Diese dürfen durch Personen nur zur Beladung und Entladung der Güter betreten werden und können ohne Ausnahme nur von außen bedient werden. Innerhalb des Aufzugs darf gesetzlich kein Bedientableau verbaut sein.

Hängekabel

Mit Hängekabel bezeichnet man ein flexibles, bruchfestes Elektrokabel welches die Verbindung zwischen Steuerung und Kabine gewährleistet und die Aufzugskabine mit Strom versorgt. Das Hängekabel befindet sich üblicherweise in der Mitte des Schachtes zwischen einem Festpunkt und der Fahrkabine/Fahrkorb.

Hydraulischer Aufzug

Bei hydraulischen Aufzügen wird zwischen Direkt- und Indirekt hydraulischen Aufzügen unterschieden. Grundsätzlich aber, wird bei einem hydraulischen Aufzug die Aufzugskabine/Aufzugskorb durch einen oder mehrere hydraulisch angetriebene Heber bewegt. Beim Heben des Aufzugs führt eine Pumpe dem Heber Öl zu, welcher direkt oder indirekt mit dem Fahrkorb verbunden ist. Der Heber drückt den Fahrkorb nach oben. Wobei in der Abwärtsrichtung ein Ventil geöffnet wird, welches das im Heber befindliche Öl, zurück in einen Behälter befördert und den Fahrkorb durch sein Eigengewicht abwärts bewegt.

Indirekt angetriebener Aufzug / Indirekt hydraulischer Aufzug

Indirekt angetriebene Aufzüge werden hydraulisch betrieben. Kolben oder Zylinder sind mittels Tragseilen oder Ketten mit dem Fahrkorb oder dessen Rahmen verbunden.

Kleingüteraufzug / KGA

Kleingüteraufzug (KGA) ist ein Aufzug, der ausschließlich zur Beförderung von Kleingütern ausgelegt ist, z. B. für Dokumente oder Speisen. Umgangssprachlich wird dieser oft als ‘‘Speisenaufzug‘‘ bezeichnet. Das Betreten und Befördern von Personen ist strikt verboten!

Lastenaufzug

Unter Lastenaufzug versteht sich eine Aufzugsanlage, die zur Beförderung von Lasten und Begleitpersonen dient. Ein besonderes Merkmal ist die wesentlich stabilere Ausführung des Kabineninnenraums. Um die Sicherheit der Lastenaufzüge zu verbessern, benötigen diese nach DIN EN 81 immer Kabinenabschlusstüren.

Maschinenraum

Als Maschinenraum bezeichnet man einen feuerbeständigen, verschließbaren Raum, welcher das Aufzugstriebwerk, Steuerung und den Geschwindigkeitsbegrenzer beinhaltet. Grundsätzlich sind diese mit der passenden Be- und Entlüftung ausgestattet.

Maschinenraumloser Aufzug/MRL

So bezeichnet man einen Aufzug der keinen Maschinenraum besitz und die komplette Technik des Aufzuges im Aufzug Schacht verbaut ist. Gründe hierfür sind unter anderem, dass der nicht benötigten Quadratmeter für den Maschinenraum anderweitig genutzt oder eingeplant werden können.

Panoramaaufzug

Panoramaaufzug ist die allgemeine Bezeichnung für einen verglasten Aufzug, welcher dadurch den Blick aus der Kabine heraus ermöglicht. Diese Art von Aufzügen kann sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Bauwerks installiert werden.

Personenaufzug / Personenfahrstuhl

Der Personenaufzug ist grundsätzlich zur Beförderung von Personen geeignet. Diese Art von Aufzug ist die weltweit am häufigsten verwendete.

Plattformlift

Der Plattformlift ist eine Spezialausführung des Treppenliftes. Insbesondere wird diese Art von Aufzügen für die Nutzergruppe Rollstuhlfahrer verbaut, dieser soll dazu dienen, Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit beim überwinden von Alltagshürden zu helfen.

Sammelsteuerung

Die Sammelsteuerung ist die Apparatur eines Aufzugs, welche für die Registrierung der Fahrtbefehle innerhalb der Kabine und die Rufe der jeweiligen Stockwerke zuständig ist. Dabei arbeitet sie die Fahrtbefehle chronologisch in der zuerst befindlichen Fahrtrichtung ab.

Seilaufzug

Beim Seilaufzug unterscheidet man zwischen Trommelaufzug und Treibscheibenaufzug.

Trommelaufzug

Der Trommelaufzug ist die älteste Form der Seilaufzüge und ähnelt dem Prinzip einer modernen Angel. Demzufolge ist ein Ende des Tragseils fest an der Trommel befestigt. Diese Art von Aufzügen wurde mittlerweile fast gänzlich vom Treibscheibenaufzug verdrängt, denn durch das Verwenden von einem einzigen Seil bietet dieser nicht die maximale Sicherheit.

Treibscheibenaufzug

Die neuere und sichere Version des Seilaufzugs ist der Treibscheibenaufzug. Dieser funktioniert durch eine angetriebene Rolle, auf der das Tragseil gespannt wird. An einem Ende ist die Kabine befestigt, am anderen ein Gegengewicht. Die Treibscheibe auf die das Tragseil gespannt wird ist gerillt, was die entstandene Reibung vergrößert, Zugspannung entstehen lässt und der Fahrerkabine Halt verschafft.

Teleskoptür

Teleskoptüren fallen in die Kategorie der Schiebetüren und sind meist 2 oder 3 teilig. Sie zeichnen sich durch Platzersparnis und einfache Zugänglichkeit aus, wodurch sie auch für enge Schächte optimal geeignet sind.

Treppenlift

Die Technischen Regeln für Aufzüge (TRA) waren für Aufzüge in Deutschland bis 2011 gültige Betriebsvorschriften. Sie wurden vom Deutschem-Aufzug-Ausschuss (DAA) erarbeitet und herausgegeben und gaben den Stand der Technik wieder. Im Gemeinsamen Ministerialblatt vom 2. März 2011 (GMBl. Nr. 8, S. 161) wurde die ersatzlose Aufhebung aller technischen Regeln für Aufzüge (TRA) bekannt gemacht. Mit der europäischen Harmonisierung wurde ein nationales Regelwerk überflüssig.

Unterfluraufzug / Behälteraufzug

Behälteraufzüge sind gezielt auf Güter ausgelegte Fahrstühle, die einzig zum Transport von Sammelbehältern ausgelegt sind. Der Transport erfolgt dabei zwischen maximal 3 Ebenen. Des Weiteren dürfen folgende Anforderungen nicht überschritten werden: Tragfähigkeit 1 Tonne, Fahrkorbgrundfläche 2m² und eine Geschwindigkeit von 0,3 m /s.

Zahnstangenaufzug

Der Zahnstangenaufzug zeichnet sich dadurch aus, dass die Aufzugskabine eigens angetrieben wird. Dies kann durch einen Elektro- oder Verbrennungsmotor nach den Zahnstangen/Ritzelprinzip bewerkstelligt werden.

ZÜS

Überwachungsbedürftige Anlagen werden nach Betriebssicherheitsverordnung von zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS)wie zB. TÜV, DEKRA, GTÜ geprüft. Die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) ist deren die Befugnis erteilende Stelle und fordert von den ZÜS einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

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